Der 1. FC Heidenheim hat im DFB-Pokal eine historische Blamage erlebt. Der Bundesliga-Absteiger verlor am Sonntag mit 2:5 beim Viertligisten SSV Jeddeloh II und stürzt damit in eine tiefe sportliche Krise.

Die Partie begann für Heidenheim sogar vielversprechend. Yannik Wagner brachte den FCH in der 12. Minute in Führung. Doch nur zwei Minuten später glich Kamer Krasniqi für den Regionalligisten aus. Ein Eigentor von Jan Schöppner in der 27. Minute und ein Treffer von Haris Hyseni zwei Minuten später drehten das Spiel vor der Pause. In der zweiten Halbzeit verschoss Budu Siwsiwadse einen Elfmeter für Heidenheim, bevor Hyseni per Strafstoß und Tim Janßen das 5:1 für Jeddeloh herstellten. Mikkel Kaufmanns Anschlusstreffer in der 89. Minute war nur noch Makulatur.

Trainer Frank Schmidt musste das Debakel von der Tribüne aus verfolgen. Er war aufgrund einer Gelb-Roten-Karte aus der Vorsaison gesperrt. Co-Trainer Bernhard Raab vertrat ihn an der Seitenlinie. Kapitän Patrick Mainka sagte: "Ich muss traurigerweise sagen, dass diese Niederlage absolut verdient ist." Die Mannschaft beendete die vergangene Bundesliga-Saison auf dem 18. Und letzten Tabellenplatz mit nur 19 Punkten aus 29 Spielen.

Die Reaktionen der Spieler und des Trainers waren nach dem Spiel von großer Enttäuschung und scharfer Selbstkritik geprägt. Patrick Mainka bezeichnete die Leistung als "hochgradig peinlich". Er kritisierte die fehlende Struktur und Ordnung im Spiel. "Wir spielen gefühlt drauf los, als wenn es Kinderfußball wäre", so der Kapitän. Er betonte jedoch, dass dies nichts mit Trainer Frank Schmidt zu tun habe.

Frank Schmidt selbst äußerte sich nach dem Spiel. "Es ist für uns eine ganz schwere Situation, die wir so in der Form noch nicht hatten", sagte der langjährige Coach. "Wir liegen auf dem Boden." Er forderte Unterstützung für das Team, um nicht früh in der Saison in eine Abwärtsspirale zu geraten. Die Mannschaft hatte in der abgelaufenen Bundesliga-Saison 64 Gegentore kassiert bei nur 32 eigenen Treffern.

Die Niederlage verstärkt den Druck auf den Verein erheblich. Bereits in den ersten beiden Ligaspielen der neuen Saison kassierte Heidenheim sieben Gegentore, darunter eine 1:4-Niederlage bei Hertha BSC. Nach dem Hertha-Spiel soll es bereits interne Unruhen gegeben haben. Trainer Frank Schmidt habe den Spielern in einer Wutrede deutlich gemacht, dass nur volle Einsatzbereitschaft akzeptiert werde.

Kurz nach dieser Ansprache verließ Mittelfeldspieler Adrian Beck den Klub überraschend per Leihe zu Osnabrück. Der Verein betonte, der Wechsel sei auf Becks eigenen Wunsch zurückzuführen. Weitere Spieler werden mit anderen Vereinen in Verbindung gebracht. Die allgemeine Stimmung im Verein ist angespannt. Die Mannschaft beendete die Bundesliga-Saison mit 57 Punkten Rückstand auf Meister Bayern München.

Die nächste Gelegenheit zur Wiedergutmachung bietet sich bereits am Samstag im Heimspiel gegen Dynamo Dresden in der 2. Bundesliga. Dynamo-Trainer Thomas Stamm äußerte sogar Bedenken gegenüber dieser Konstellation. "Ich hätte es lieber gehabt, Heidenheim gewinnt", sagte Stamm mit Blick auf das Pokalaus. Er erwarte eine besonders intensive und wütende Mannschaft.

Frank Schmidt kündigte an, das Team müsse gegen Dresden zeigen, dass es wieder an sich glaube. Die Marschroute sei klar. Für die Fans bleibt die aktuelle Tabelle der abgelaufenen Saison auf unserer Standings-Seite einsehbar. Die sportliche Führung steht vor der großen Aufgabe, die Mannschaft aus der Krise zu führen und den negativen Trend der letzten Spiele, der sich in der Schlussform WDDLL widerspiegelt, umzukehren. Die kommenden Wochen werden entscheidend für die gesamte Saisonplanung sein.